Lucca und Umgebung
Lucca: 9 km
Trotz seiner geringen Größe und der Umzingelung durch feindliche Nachbarn vermochte sich die Stadt Lucca im Verlauf der Jahrhunderte ihre Unabhängigkeit bewahren. Eine Stadt mit Flair, einer Vergangenheit als Hauptstadt und über 2000 Jahren Geschichte rund um die "Piazzas" aus der Römerzeit. Reiche Kaufleute, ein blühender Handel und unaufhörlicher Pilgerstrom auf dem Weg nach Rom prägten Lucca im als "goldenes Zeitalter" bezeichneten Mittelalter. Auf diese Zeit geht auch der Bau zahlloser Kirchen und Palazzi zurück, die dem Stadtbild seine besondere Note verleihen. Sehenswert: Der Dom, Villa Guinigi, San Frediano, San Michele in Foro, Palazzo Pfanner, das beeindruckendste Barockgebäude der Stadt mit einem mit Statuen geschmückten Garten und romantischer Atmosphäre, Palazzo Mansi, Piazza Anfiteatro sowie der Turm Torre Guinigi, von dessen mit Steineichen bewachsenen Spitze aus man einen traumhaften Blick auf die Stadt hat. Beim Spaziergang durch die Altstadtgassen findet man typische Geschäfte wie die Dampfbäckerei Amedeo Giusti, die mit ihrem auf althergebrachte Art gebackenen Brot und ihren Fladen für Gaumenfreuden sorgt, oder das Lebensmittelgeschäft Prospero an der Hausnummer 13, das älteste Geschäft Luccas, das mit seinem Mehl, wie dem außergewöhnlichen Dinkel aus der Garfagnana und den Hülsenfrüchten aus dem Luccheser Umland ein echter Augenschmaus ist.
Richtung Meer: Massaciuccoli-See 31 km, Viareggio 37 km, Forte dei Marmi 56 km. Der Massaciuccoli-See und das große umliegende Sumpfland bilden eines der größten Feuchtgebiete Mittelitaliens. In diesem äußerst faszinierenden Ambiente stößt man auf Gedenkstätten Puccinis, römische Ruinen – Zeitzeugen für die weit zurückliegende Besiedlung dieser Ort – und schöne Villen aus dem 19. Jh. Die Landschaft ist von Anhöhen mit Olivenhainen, romanischen Pfarrkirchen und historischen Villen geprägt. So präsentiert sich das Umland von Massarosa, idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in den regionalen Naturpark Migliarino-San Rossore-Massaciuccoli: zu Fuß, auf dem Fahrrad, zu Pferd und, warum nicht, in einer historischen Kutsche. www.oasilipumassaciuccoli.org.
Der bekannte Musiker Giacomo Puccini verbrachte immer wieder längere Lebensabschnitte in der Villa in Torre del Lago, wo er sich abwechselnd der Komposition von Opern und der Wasserhuhnjagd widmete. In einem großen Freilichttheater findet alljährlich das Puccini-Festival statt. www.puccinielasualucca.com. Viareggio war einstmals Bühne der Belle Epoque, Treffpunkt von Aristokraten, Künstlern und Schriftstellern. Heute wird es von Urlaubern aufgesucht, die den Strandurlaub gerne in eleganten und gut organisierten Strandbädern verbringen und dabei auch auf das i-Tüpfchen in Form von Restaurants und angesagten Lokalen nicht verzichten möchten. Die Flaniermeile am Meer ist von zahlreichen Geschäften, Kinos, Cafés und Jugendstilgebäuden gesäumt: Das ist die "wahre" Perle der Versilia. Aber auch die Stadt, mit ihrem historischen Kern und dem Pinienwald Pineta di Levante wartet mit interessanten Zeugnissen einer im Zeichen des sozialen und kulturellen Glanzes stehenden Vergangenheit auf. Der Hafen Viareggios mit seinen hochwertigen Schiffswerften, Luxusyachten und den malerischen Fischerbooten zeigt sich als buntes und vielförmiges Universum, das sich in der Nautikwelt einen unbestrittenen Spitzenplatz erobert hat. Pietrasanta, Seravezza und Stazzema sind die wichtigsten Zufahrtsorte zum Naturpark der Apuanischen Alpen. Unumstrittener Beherrscher der Landschaft ist der Marmor, der raue Bergmassive mit tiefen Tälern und sehr hohen Steilküsten zeichnet. Nicht weniger beeindruckend ist jedoch die Vielfalt der hiesigen Pflanzen- und Tierwelt. www.parks.it. Garfagnana, die raue Faszination der Berge: Treffpunkt und Kreuzung der Verbindungsstraßen zwischen der Garfagnana, Lucca und der Lunigiana sowie der Emilia und der Versilia. In der Vergangenheit war Castelnuovo, die Hauptstadt der Garfagnana, eine gut ausgestattete Gouverneursfestung und auch heute noch ist sie der Angelpunkt, um den herum die Dörfer des oberen Tals liegen. Immer noch von Stolz auf den früheren Ruhm als Hauptstadt der Estensi in der Garfagnana erfüllt, wird die beeindruckende Renaissance-Burg stets gebührend erhalten. In der Umgebung von Gallicano schiebt sich das von dem später in einen See mündenden Wildbach gegrabene Tal eng und gewunden zwischen die Ausläufer der Apuanischen Alpen. Eingefasst in die steil abfallenden Felswände befindet sich eine unglaublich schöne, in Stein gehauene Einsiedelei. Sehenswert: die Grotta del Vento (Windgrotte), die zu den interessantesten Naturhöhlen Europas zählt www.grottadelvento.com. Am linken Serchio-Ufer thronen die Burg Verrùcole und der befestigte Ort Castiglione di Garfagnana. Sehenswert: der Naturpark Orecchiella mit seinen verschiedenen landschaftlichen Highlights. Im extremen Norden liegt Piazza al Serchio: die ganze Faszination der wilden und unberührten Natur, aber auch die an die Schäfer- und Waldkultur gebundenen Märchen, Legenden und althergebrachten Traditionen der Bewohner. Media Valle: Vom Vorplatz des auf einer Anhöhe über der Altstadt gelegenen Doms in Barga genießt man eine unvergessliche Aussicht über die Dächer der darunter liegenden Häuser und das Flusstal bis hin zur Bergkette der Apuanischen Alpen und des Apennin. Bagni di Lucca ist seit der Antike für seine Thermalbäder bekannt. In Bagni in Lucca Villa geht eine Panoramastraße ab, die sich durch dichte Platanen- und Kastanienwälder schlängelt und nach 15 km Montefegatesi erreicht. Aber die Aussicht von dem auf einem Tuffsteinfels sitzenden Ort ist die Mühe auf jeden Fall wert: Der Blick schweift über das gesamte Val Fegana und die Gipfel des Apennin. Ein schöner Zwischenstopp: Die Maddalena-Brücke in Borgo a Mozzano. Die Ebene rund um Lucca (Piana di Lucca): Über 300 Villen wurden seit dem 14. Jh. von lucchesischen Patrizierfamilien außerhalb der Stadttore auf dem Land und in der Hügellandschaft gebaut. Der größte Teil dieser prächtigen Wohnsitze öffnet seine Pforten Besuchern, die deren Parkanlagen besichtigen können. Unter anderem: Villa Mansi, Villa (Torrigiani) in Camigliano. Villa Reale in Marlia www.villelucchesi.net. Über das gesamte Luccheser Gebiet verstreut stehen zahlreiche Volkskirchen, die zu den ersten Treffpunkten gläubiger Christen außerhalb der Wohnorte zählen, mit ihrer majestätischen Einfachheit verzaubern und das Erbe einer über tausendjährigen Geschichte darstellen.

